Der Chefökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, Daniel Lampart, äussert hier kritisch seine persönliche Meinung zu Wirtschaftsthemen.

SBB-Finanzierung à la Leuenberger: Bitte zuerst rechnen, dann der Sonntagspresse stecken

Datum: 18. Mai 2008 | Autor: | Kategorien: Service Public | Keine Kommentare »

Was die Privatisierung von Infrastruktur betrifft, wird die Argumentation der Befürworter ökonomisch offenbar noch abstruser als sie bisher teilweise schon war. Neustes Kapitel ist Moritz Leuenbergers Idee einer Teilprivatisierung der SBB, um Geld für den weiteren Ausbau der Bahninfrastruktur zu generieren.

Dass die Idee nichts taugt, lässt sich einfach aufgrund von ein paar Mausclicks auf der Webseite der Schweizer Börse belegen. Denn es gibt niemanden, der zu so günstigen Konditionen zu Kapital kommt, wie der Bund. Für Obligationen über 10 Jahre bezahlt der Bund geringfügig mehr als 3 Prozent Zins (Link). Die Swisscom, welche nach wie vor mehrheitlich dem Bund gehört, bezahlt bereits deutlich mehr. Die Obligation über 9 Jahre wird zu rund 4 Prozent verzinst (Link). Ähnlich ginge es der SBB. Wenn sie die Infrastruktur selber über die Börse finanzieren muss, wird sie mehr bezahlen müssen, als wenn das über den Bund geschieht.